Ärzteprivileg

Bei der Körperverletzung im Arzt-Patienten-Verhältnis ist zu berücksichtigen, dass die Annahme, die Art und Weise der Behandlung eines Patienten durch einen Arzt sei nicht am Wohl des Patienten orientiert, auch bei medizinisch grob fehlerhaftem Verhalten des Arztes häufig fernliegt. Selbst erhebliche Sorgfaltspflichtverstöße schließen eine Verurteilung wegen nur fahrlässiger Tat nicht von vornherein aus. BGH, Beschluss vom 16.01.2014 – 1 StR 389/13

Eine nur fahrlässig begangene Körperverletzung ist regelmäßig mit einem geringeren Strafmaß als eine vorsätzlich begangene Körperverletzung bedroht. In der Strafverteidigerpraxis stellt daher die Herausarbeitung der Tatumstände, die für Fahrlässigkeit sprechen, eine der klassischen Verteidigungsstrategien dar.

Im Arztstrafrecht ist dabei insbesondere zu berücksichtigen, das eine strafrechtliche Verurteilung, aus der sich die Unwürdigkeit oder Unzuverlässigkeit zur Ausübung des ärztlichen Berufs ergibt, im Anschluss auch zum Widerruf der Approbation führt.

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